23.07.2018 14:18

11.07.2018 / Besuch bei einem unserer Bio Hopfenlieferanten, dem Demeterhof Bentele bei Tettnang


Genau zur richtigen Zeit – nämlich Mitte Juli wenn der Hopfen schon bis zu 8 Meter hoch ist – haben wir einen unserer Bio Hopfen Lieferanten besucht. Bis dahin war uns allerdings nicht klar, dass der Hopfenanbau eine sehr aufwändige aber spannende Sache ist. Der Hopfen ist zum Beispiel eine der am schnellsten wachsenden Pflanzen der Welt – er schafft bis zu 30 cm am Tag. Übrigens, nur die weiblichen Pflanzen werden für den Anbau verwendet. Die männlichen Pflanzen müssen streng aussortiert werden.

Hier auf dem Hof der Benteles hat der Hopfenanbau quasi Tradition, denn der Uropa hat schon damit begonnen. Peter Bentele ist nun seit mehr als 35 Jahren leidenschaftlicher Biobauer und baut unter anderem 12 Hektar Hopfen – das sind sage und schreibe 45.000 Pflanzen – an. Daraus entstehen ca. 20 Tonnen Hopfendolden, die nach ganz Europa verkauft werden. 95% der Ernte geht an Bio Brauereien, der Rest wird für Arzneimittel und Tees verwendet.

Auf dem Hof der Benteles wird Bio mit Herz produziert, das wird klar wenn Peter Bentele über seine Arbeit als Biobauer spricht. Das muss auch so sein, denn gerade der Bio Hopfenanbau ist um ca. 1/3 mehr Arbeitsaufwand als der konventionelle Anbau. Das wichtigste ist ihm und seiner Familie, dass die hergestellten Lebensmittel rückstandsfrei und unbelastet sind sowie, dass die Umwelt und das Grundwasser geschützt werden. Dazu verzichten sie auf jegliche chemisch-synthetische Pflanzenbehandlungs- und Düngemittel. Die nötigen Dünger erzeugen die Benteles selbst mit groß angelegten Kompostplätzen. Aber auch an andere Lebewesen wird gedacht. Zwischen den Feldern findet man wuchtige und insgesamt fast zwei Kilometer lange Hecken, die Schutz und Lebensraum für verschiedene Tiere bieten. 

Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass die Hopfenpflanze nicht jedes Jahr neu gesetzt werden muss. Die Benteles bewirtschaften Felder, die bereits vor über 45 Jahren angelegt wurden. Das Argental bietet dazu gute Böden und das passende Klima, denn der Hopfen mag es nicht zu warm und benötigt ausreichend Niederschlag. Und wenn es wie in diesem Sommer kaum Niederschlag gibt, werden die Pflanzen ungefähr alle zwei Tage für ca. drei Stunden beregnet.

Momentan stehen die Hopfenpflanzen eigentlich in voller Blüte, aus denen sich in nächster Zeit die Dolden bilden. Aber in diesem Jahr war der Sommer besonders fleißig und hat schon im Mai für viel Sonnenschein gesorgt. Dem Hopfen hat das leider nicht ganz so gut getan sodass einzelne Pflanzen etwas zu früh dran sind mit der Doldenproduktion. Die Auswirkungen auf die Ernte sind laut Herrn Bentele noch unklar.

Bis es aber soweit ist, dass geerntet werden kann fällt eine Menge Arbeit an. Im Frühjahr ist die größte Arbeitsspitze im Hopfenfeld. Da muss der eigens vorbereitete Humus auf die Böden verteilt, drei Triebe der Hopfenpflanze an die Drähte gedreht, überschüssige Triebe entfernt oder Kultur- und Pflanzenschutzmaßnahmen gegen Schädlinge ergriffen werden. Ende August darf dann nach viel Zeit und Mühe geerntet werden. Da wird schnell klar, dass es die alte Bauernregel „Im Sommer sieht der Hopfen seinen Herrn gerne jeden Tag“ nicht umsonst gibt.

Wir freuen uns schon auf die nächste sorgfältig angebaute Lieferung vom Demeterhof Bentele. Peter Bentele ist übrigens einer von nur neun Bio Hopfenbauern in ganz Deutschland und der einzige im Tettnanger Hopfenanbaugebiet.
 



Peter und Johannes Bentele vom Demeterhof Bentele bei Tettnang:


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