24.08.2018 13:13

Auf  dem Hopfenhof der Familie Ambs ist die Hopfenernte seit dem 22. August im vollen Gange und die Dolden der harten Arbeit seit dem Frühjahr werden eingefahren. Wie der Hopfen vom Hopfengarten bis in den Sack kommt, durften wir uns beim Lieferanten unserer frischen Doldenhopfen auf dem Hopfenhof der Familie Ambs in Gornhofen bei Ravensburg ansehen.

Direkt bei der Ankunft auf dem Hof empfing uns der Duft von frischem Hopfen und der Maschinenlärm führte uns in die Halle der Familie Ambs, wobei einem die eindrucksvolle Hopfenpflückmaschine als aller erstes ins Auge fällt. Berge von Hopfenranken, die auf einem Wagen aus dem Hopfengarten gebracht werden, liegen schon bereit. Die ca. 7,5 Meter hoch gewachsenen Ranken werden samt Draht mit einer speziellen Maschine in den Hopfengärten herunter gerissen und per Wagen zum Hof zur Maschine gefahren. Diese Hopfenranken werden einzeln in die Maschine eingehängt und automatisch durch die Maschine gezogen wobei die Dolden durch Rechen effektiv und so schonend wie möglich von der Ranke gepflückt und Blätter und Stängel aussortiert werden. Nur die Dolden gelangen über ein Förderband in ein Silo. Die Maschine schafft ca. 300 Ranken pro Stunde, das sind etwa 3.000 pro Tag. Zum Vergleich: Bis in die 50er wurde noch von Hand gepflückt und eine Person schaffte etwa 12 Ranken am Tag.

Auch die Dauer der Ernte hat sich im Laufe der Zeit verändert. Durch das Kombinieren verschiedener früh-, mittel- und spätreifer Sorten verlängerte sich die Zeit der Ernte. Früher waren es 14 Tage, mittlerweile sind 20 Erntetage. Das ist vor allem durch die neuen Hopfensorten möglich, die zu einem anderen Zeitpunkt als ursprüngliche Sorten, wie z.B. der Tettnanger Hopfen, reif werden.

Die in dem Silo gesammelten Hopfendolden werden zeitnah in der Hopfendarre über drei Stufen getrocknet. Dies dauert in zwischen 5 und 6 Stunden bei 60°C. Vom Pflücken bis zum Darren dürfen nicht mehr wie 5 Stunden vergehen. Nach dem Darren der Hopfendolden liegt der Feuchtigkeitsgehalt bei ca. 10% und sie werden noch einen weiteren Tag auf dem Hopfenboden an der Luft getrocknet, bevor die Dolden zu je ca. 50 kg in Säcke abgesackt und gepresst werden.

Auf dem Hof der Familie Ambs arbeiten momentan drei Generationen im Betrieb mit. Insgesamt bewirtschaften sie 60.000 Hopfenpflanzen, aus denen 300 Doppelzentner Hopfen entstehen. Der größte Teil der Ernte wird direkt in der Region vertrieben.

Aus einem Ranken erhält man ca. 500 g getrocknetem Hopfen, doch nur 200g benötigt man um bis zu einem Hektoliter Bier zu brauen. Für Craft Bier benötigt man in der Regel um einiges mehr Hopfen wodurch die erzielte Menge Bier sinkt.

Durch die andauernde Hitze in diesem Jahr fällt der Ertrag allerdings um etwa 10-20 % geringer aus als in den vergangenen Jahren. Auch der Inhaltsstoff Lupulin, Alpha-Gehalt, der essentielle Bestandteil für den Bierbrauer, ist höchstwahrscheinlich in geringeren Mengen enthalten als in den Vorjahren. Die Auswirkungen sind aber laut Herrn Ambs zum momentanen Zeitpunkt noch unklar.

Nach einem spannenden Rundgang und Informationen auf dem Hopfenhof Ambs haben wir nun einen besseren Einblick, wie viel Arbeit hinter unserem Hopfen steht und können ihn damit noch besser wertschätzen. Wir freuen uns schon auf unsere baldige Hopfenlieferung vom Hofgut Ambs. Und bis dahin: Hopfen und Malz, Gott erhalts‘


Impressionen von der Hopfenernte und der Weiterverarbeitung:




























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